Neue Hörgeräteeigene Stimme klingt komisch mit Hörgerät

Warum klingt meine eigene Stimme mit Hörgerät so komisch?

Die eigene Stimme ist in den ersten Wochen mit Hörgeräten oft der fremdeste Klang. Sie kann zu laut, dröhnend oder hallig wirken, als sprächen Sie in ein Fass. Das ist häufig, und bei den meisten lässt es nach, wenn sich Gehirn und Sitz eingespielt haben.

Ursache eins: das Ohrpassstück verschließt den Gehörgang

Wenn Sie sprechen, wandert Ihre Stimme nicht nur durch die Luft. Sie schwingt auch durch die Knochen Ihres Kopfes direkt in den Gehörgang. Normalerweise entweichen diese Schwingungen wieder aus dem offenen Ohr. Verschließt ein Ohrpassstück den Gang, bleiben sie gefangen und stauen sich, und die eigene Stimme klingt dröhnend und hohl. Fachleute nennen das den Verschlusseffekt.

Sie können das auch ohne Hörgeräte hören. Stecken Sie die Finger in die Ohren und sagen Sie ein paar Worte. Dieser Fassklang ist der Verschlusseffekt. Er ist eine körperliche Folge des Ohrpassstücks, kein Zeichen, dass mit den Geräten etwas nicht stimmt.

Ursache zwei: Sie hören Ihre echte Stimme wieder

Die zweite Ursache hat mit dem Passstück nichts zu tun. Hörverlust nimmt meist zuerst die hohen Töne, Sie haben Ihre eigene Stimme also jahrelang in einer weicheren, gedämpften Fassung gehört. Neue Hörgeräte geben die hohen Töne zurück.

Die Stimme in Ihren Ohren ist jetzt näher an der, die alle anderen hören, und sie passt nicht zu der, die Sie in Erinnerung haben. Viele sagen, sie klinge erst scharf, dünn oder wie eine fremde Person. Dieser Teil ist schlicht Gewöhnung: Sie lernen Ihre eigene Stimme neu kennen, und das passiert meist von selbst.

Wie lange das fremde Gefühl bleibt

Bei den meisten lässt das Schlimmste innerhalb weniger Wochen mit stetigem Tragen nach. Ihr Gehirn aktualisiert sein Bild Ihrer eigenen Stimme, so wie es sich auch an andere neue Klänge aus den Hörgeräten gewöhnt.

Stetiges Tragen beschleunigt das. Wenn Sie die Geräte nur ein paar Stunden am Tag tragen, springt Ihr Gehirn ständig zwischen alter und neuer Stimme hin und her, und die Umstellung zieht sich.

Was die Umstellung beschleunigt

Ein paar Minuten lautes Lesen am Tag gehören zu den besten Mitteln dafür. Es gibt Ihrem Gehirn einen stetigen Strom Ihrer neuen Stimme ohne jeden Druck, und bei den meisten verkürzt es die fremde Phase spürbar.

Gespräche mit der Familie oder Vorlesen für ein Enkelkind wirken genauso. Das Ziel ist einfach: die eigene Stimme oft hören, mit den Hörgeräten im Ohr.

Die Hörgeräte in den wachen Stunden tragen

Ein paar Minuten am Tag laut lesen

Normal sprechen statt der eigenen Stimme auszuweichen

Ein paar Wochen abwarten, bevor Sie urteilen

Wann Sie um eine Anpassung bitten sollten

Wenn Ihre Stimme nach zwei bis drei Wochen noch dröhnt oder der Klang Sie so stört, dass Sie die Geräte herausnehmen wollen, sagen Sie es Ihrer Hörakustik. Das ist eine ganz normale Bitte, und es gibt echte Lösungen: eine Belüftungsbohrung (eine kleine Öffnung im Passstück, durch die gestauter Klang entweicht), ein offeneres Schirmchen oder eine geänderte Einstellung.

Sie müssen da nicht durch. Anpassungen in den ersten Monaten gehören einfach dazu, wenn Hörgeräte richtig sitzen sollen, und wer darum bittet, beschwert sich nicht.

Häufige Fragen

Warum klinge ich mit Hörgerät, als spräche ich in ein Fass?

Wenn ein Ohrpassstück den Gehörgang verschließt, bleiben die Schwingungen der eigenen Stimme im Ohr gefangen, statt zu entweichen. Dieser gestaute Klang heißt Verschlusseffekt und macht die Stimme dröhnend und hohl. Eine Belüftungsbohrung oder ein offeneres Schirmchen verringert ihn oft.

Ist es normal, dass die eigene Stimme mit neuen Hörgeräten komisch klingt?

Ja, sehr. Die meisten merken es in den ersten Wochen. Es kommt vom Passstück, das den Gehörgang verschließt, und davon, dass Sie die hohen Töne Ihrer eigenen Stimme nach Jahren zum ersten Mal wieder hören.

Geht der fremde Klang der eigenen Stimme wieder weg?

Bei den meisten ja, innerhalb weniger Wochen mit stetigem Tragen. Ihr Gehirn bringt sein Bild Ihrer Stimme auf den neuen Stand. Klingt sie nach zwei bis drei Wochen noch dröhnend oder unangenehm, hilft meist eine Anpassung.

Wann sollte ich wegen meiner eigenen Stimme um eine Anpassung bitten?

Wenn das Dröhnen nach zwei bis drei Wochen stetigen Tragens nicht nachgelassen hat oder Sie die Geräte deswegen herausnehmen wollen, vereinbaren Sie einen Termin. Eine Belüftungsbohrung, ein anderes Schirmchen oder eine geänderte Einstellung sind übliche Lösungen.

Warum klingt Kauen mit Hörgeräten so laut?

Kauen schickt starke Schwingungen durch Kiefer und Schädel in den Gehörgang. Ist der Gang durch ein Passstück verschlossen, bleiben diese Schwingungen gefangen, und jeder Bissen klingt im eigenen Kopf laut. Das gehört zum Verschlusseffekt, und ein Passstück mit Belüftung verringert es oft.

Hilft lautes Lesen wirklich, sich an die eigene Stimme zu gewöhnen?

Ja. Ein paar Minuten lautes Lesen am Tag geben Ihrem Gehirn stetige Übung mit Ihrer neuen Stimme, und bei den meisten verblasst das fremde Gefühl schneller. Nebenbei ist es auch Hörübung mit klarer Sprache.

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SoundSteps ist für Hörtraining und Übung gedacht. Es ist nicht dazu bestimmt, Erkrankungen zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder ihnen vorzubeugen. Bitte holen Sie medizinischen Rat bei medizinischem Fachpersonal ein.