Mit Hörgerät

Hörtraining für Hörgeräteträger: so üben Sie zu Hause

Erste Schritte3 Min. Lesezeit· Geprüft

Hörgeräte machen leise Klänge wieder hörbar. Sprache zu verstehen ist ein zweiter Schritt, und der gelingt nicht immer von allein, vor allem bei Hintergrundgeräusch. Hier lesen Sie, was Sie zu Hause üben können und was Ihre Hörakustik für Sie tun kann.

Kostenlos, ohne Anmeldung.

Hören und Verstehen sind zwei Schritte

Ein Hörgerät verstärkt Klänge. Verstehen passiert im Gehirn. Wer lange schlechter gehört hat, dem haben manche Klänge über Jahre gefehlt, oft die hohen wie s, f und sch. Kommen sie zurück, wirken sie erst einmal ungewohnt, laut oder scharf.

Ihr Gehirn braucht Zeit, diese Klänge wieder einzuordnen. Die Grundlage dafür: die Hörgeräte stetig tragen, jeden Tag und nicht nur zu besonderen Anlässen. Gezieltes Üben kann dazukommen.

Was Sie zu Hause üben können

Beim Üben hören Sie etwas, antworten und erfahren gleich, ob es stimmte. Man wird in dem besser, was man übt. Wie weit das ins Gespräch am Küchentisch trägt, wird noch erforscht.

Ähnlich klingende Wörter unterscheiden, etwa Fisch und Tisch oder Sonne und Tonne

Kurze Sätze verstehen, erst in Ruhe, dann mit leisem Störgeräusch

Gespräche mit mehreren Stimmen mitverfolgen

Mit einem vertrauten Menschen üben: Jemand liest vor, Sie sprechen nach

Stetiges Tragen ist die Grundlage. Üben kommt dazu.

Hintergrundgeräusch Schritt für Schritt

Für die meisten mit Hörgerät ist Störgeräusch das Schwerste: das Restaurant, die Familienfeier, das Gespräch im Auto.

Beim Üben steuern Sie das Geräusch selbst. Beginnen Sie so leise, dass Sie die meisten Wörter sicher verstehen. Klappt das, stellen Sie es ein wenig lauter. Wird es zu schwer, gehen Sie einen Schritt zurück.

Für den Alltag gibt es zusätzlich einfache Tricks: ein Platz mit der Wand im Rücken, das Gesicht Ihres Gegenübers im Licht und das Restaurantprogramm Ihres Hörgeräts.

Was Üben kann und was die Hörakustik kann

Üben macht Sie mit den neuen Klängen vertrauter und in den geübten Aufgaben sicherer. Die Einstellung, den Sitz und die Programme Ihrer Hörgeräte kann nur Ihre Hörakustik ändern.

Gehen Sie zurück zur Hörakustik, wenn Klänge wehtun, wenn es pfeift, wenn der Sitz drückt oder wenn Sprache nach einigen Wochen stetigem Tragen noch dumpf bleibt. Anpassungen in den ersten Monaten sind normal.

Hilfe und Austausch

Unabhängige Beratung und Austausch mit anderen Hörgeräteträgern finden Sie hier:

  • BeratungsstellenDeutscher Schwerhörigenbund

    Unabhängige Beratung in ganz Deutschland, von Menschen, die selbst mit einer Hörbehinderung leben.

  • HörgeräteversorgungDeutscher Schwerhörigenbund

    Wege zum Hörgerät, Festbeträge und Empfehlungen für Versicherte.

  • OrtsvereineDeutscher Schwerhörigenbund

    Eine Karte der Ortsvereine des DSB, für Selbsthilfe in Ihrer Nähe.

  • SchneckeZeitschrift

    Die Zeitschrift rund ums Hören mit Hörgerät und Cochlea-Implantat, mit Erfahrungsberichten und Ratgebern.

  • ÖSB DachverbandÖsterreich

    Der Dachverband des Österreichischen Schwerhörigenbunds.

  • pro audito schweizSchweiz

    Die Anlaufstelle für Menschen mit Schwerhörigkeit in der Schweiz, mit Beratung und Vereinen vor Ort.

Wo SoundSteps passt

SoundSteps ist eine App für kurzes tägliches Üben, auf Deutsch. Sie beginnt mit einem Hörcheck und bietet dann Wortpaare, Sätze, Geschichten und Gespräche, mit Hintergrundgeräusch, das Sie selbst lauter oder leiser stellen. Sie läuft im Browser und auf dem Handy, über den Lautsprecher oder per Bluetooth direkt im Hörgerät.

Der Hörcheck und das tägliche Üben kosten nichts, und die ersten 7 Tage enthalten alle Übungen, ohne Kreditkarte. SoundSteps ersetzt nicht die Arbeit Ihrer Hörakustik.

Häufige Fragen

Bringt Hörtraining mit Hörgerät etwas?

Menschen werden in den Höraufgaben besser, die sie üben. Wie weit das in Gespräche im Alltag trägt, wird noch erforscht. Viele üben, um sich an die neuen Klänge zu gewöhnen und Störgeräusch in kleinen Schritten dazuzunehmen.

Wie lange dauert die Eingewöhnung an Hörgeräte?

Oft einige Wochen, bei manchen länger. Tragen Sie die Hörgeräte stetig über den Tag. Ist Sprache nach einigen Wochen noch unklar, gehen Sie zurück zur Hörakustik.

Kann ich mit Hörgerät am Handy üben?

Ja. Streamen Sie den Ton per Bluetooth direkt ins Hörgerät, wenn es das kann, oder nutzen Sie den Lautsprecher. Üben Sie so, wie Sie auch sonst telefonieren oder Videos hören.

Gibt es kostenloses Hörtraining für Hörgeräteträger?

Ja. Mehrere Apps starten kostenlos. Bei SoundSteps bleiben der Hörcheck und das tägliche Üben kostenlos.

Ersetzt Üben eine neue Einstellung der Hörgeräte?

Nein. Wenn Klänge wehtun, es pfeift oder Sprache dumpf bleibt, braucht es Ihre Hörakustik. Eine gute Einstellung und Üben ergänzen sich.

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